Reportage

Treppelweg an der Donau

von Michaela Putz • 13.05.2016 • Reportage • Donau-Oberösterreich
  • Treppelwege an der Donau
    Treppelwege an der Donau
    Foto: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH, flickr.com, CC-BY-ND-2.0
Entgegen dem Strom

Vom Donaumarkt Engelhartszell stromabwärts verläuft der Donausteig auf einem auffallend breiten Weg direkt neben der Donau. Der Grund für diesen breiten Weg liegt in der Geschichte des Warentransportes auf der Donau. Für den Warentransport gegen den Strom mussten die Schiffe von vielen, neben der Donau laufenden Pferden gezogen werden.

Aufbau eines Schifftransportes auf der Donau

Um die mit Waren beladenen Schiffe stromaufwärts transportieren zu können wurden sogenannte Schiffszüge gebildet. Ein Schiffszug bestand dabei immer aus mehreren großen Lastschiffen, die mit Hilfe von kleinen Begleitbooten von den Zugpferden stromaufwärts befördert wurden.

Jeder Schiffszug wurde dabei nach folgendem Schema aufgebaut:

Am Anfang des Zuges war immer ein „Kehlheimer“, das größte Transportschiff auf der Donau mit einer Länge von 38 bis 41 Metern und einer Ladekapazität von 1.600 bis 1.400 Zentner. Das erste Schiff wurde auch „Hohenau“ genannt.

Nach der „Hohenau“ folgten immer zwei „Gamsen“ die auch als „Nebenbei“ bezeichnet wurden. Eine Gams hatte eine Länge von 32 bis 40 Metern und eine Ladekapazität von 1.000 bis 1.400 Zentner. Gab es bei einem Zug eine dritte Gams wurde diese als „Schwemmer-Nebenbei“ bezeichnet.

Zusätzlich zu den Lastschiffen bestand jeder Schiffszug auch noch aus mehreren Begleitbooten. Meist wurden die Lastschiffe dabei von zwei bis drei Einstellplätten, einigen Seilplätten und Ausfahrzillen begleitet.

Während des Ziehens verliefen die Zugseile der Schiffe über die Einstellplätten,  auch die oftmals notwendigen Uferwechsel der Pferde wurden mit Hilfe der Einstellplätten durchgeführt.

Die Seilplätten dienten dazu, das Zugseil von der Hohenau zu den Zugpferden zu bringen und die Ausfahrzillen wurden zum Landtransport und für Rettungszwecke verwendet.

Foto: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH, flickr.com, CC-BY-ND-2.0

Zugpferde und Schiffsreiter

Auf Grund der legendären Länge der Donau-Schiffszüge mussten teilweise bis zu 60 Pferde vor einen Schiffszug vorgespannt werden. Dabei war bei der Einzelbespannung jedes Pferd beritten, bei einer Paarbespannung nur eines der beiden. Durch das „Sühl“, einem Holzbogen, der über das Pferdehinterteil gelegt wurde, konnte die bestmögliche Zugleistung erreicht werden. Vor jedem Schiffszug gab es einen Vorreiter, der für die Kontrolle des Wasserstandes und die Ermittlung des besten Weges für seinen Zug verantwortlich war.

Für die Schiffszüge wurden die Zugpferde und auch die Schiffsreiter bei den umliegenden Bauern angemietet – die Schiffsbesatzungen waren jedoch von deren Schiffsmeistern (=Schiffseigentümern) fix angestellte Mitarbeiter.

Ein Schiffszug konnte pro Tag nur etwa vier bis sechs Wegstunden zurücklegen, obwohl sich die Schiffsleute den ganzen Tag über hart abmühten. Vor ihrer Regulierung verlief die Donau oftmals über viele Seitenarme die von sumpfigen Aulandschaften umgeben waren. In diesen Abschnitten war ein schnelles Weiterkommen nahezu unmöglich. So erzählen viele Donausagen von den Schiffsleuten die man schon lautstark fluchen hörte bevor man den Schiffszug überhaupt sehen konnte.

Ausgewähltes Schiffsmaterial für die Donau-Schiffszüge

Das Schiffsmaterial für die Schiffszüge wurde gründlich ausgesucht, so wurden nur Schiffe gegen den Strom transportiert, die auch für eine weitere Fahrt stromabwärts genutzt werden konnten und die einen höheren Neuherstellungswert hatten, als der mühevolle Transport wert war. Dabei handelte es sich oftmals um besser gebaute Transportschiffe, wie beispielsweise den Kelheimer mit einer Lebensdauer von vier bis fünf Jahren. Mit der Volllast konnte ein Kelheimer aber nur in den ersten zwei Jahren beladen werden. Die Schiffe die es nicht mehr wert waren diese Reise anzutreten wurden am Zielort dem Plättenschinder zum Abwracken übergeben.

Auf dieser Donausteig-Etappe erfahrt ihr mehr über die Treppelwege

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von Donau OÖ,  WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH

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Michaela Putz
Aktualisierung: 13.05.2016

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